www.amtsrat-kuehne.de
Liebe Besucherin, lieber Besucher,
herzlich willkommen auf der Internetseite der Amtsrat Philipp-Kühne´schen Familienstiftung, 1906 von Philipp-August Kühne (1815-1905) als Stifter errichtet. Diese Seiten dienen in erster Linie den Mitgliedern der Kühne'schen Familie als ein Ort für familieninterne Informationen. Sie können diese über den Login auf der rechten Seite erreichen.
Allen anderen Besucher möchten wir hier gern eine Einführung in die Geschichte unserer Familie und der Amtsrat Philipp Kühne'schen Familienstiftung geben.
Viel Freude beim Lesen!
Die Familiengeschichte
Die Ursprünge der Familie Kühne lassen sich bisher urkundlich bis in das Jahr 1458 zurückverfolgen. In diesem Jahr wird Curd Kühne mit dem Sattelhof in Veltheim am Fallstein, damals Teil des Bistums Halberstadt, am westlichen Rand der Magdeburger Börde belehnt. Bis Ende des 17. Jahrhunderts leben acht Generationen in der in unmittelbarer Nähe gelegenen Stadt Hornburg (seit 1941 Kreis Wolfenbüttel), dort belehnt mit dem Hof an der Hagenpforte.
Kühnes betreiben Hopfenanbau und genießen als Brauherrn das Privileg, Bier brauen zu dürfen; sie stellen Amtleute, Stadtschreiber und Notare. Tobias Daniel Kühne (1637-1709) ist Bürger- und Postmeister. Den finanziellen Wiederaufstieg nach dem dreißigjährigen Krieg verdankt die Familie der Überlieferung nach dem Umstand, dass ihre Braupfanne, die mit einem reinen Kupfergewicht von 10 Zentnern allein ein Vermögen darstellte, den langen Krieg unversehrt überstanden hatte. Um die Zeit des Niedergangs des Hopfenanbaus in Hornburg verließ Johann-Christoph Kühne (1663 - 1719) Ende des 17. Jahrhunderts die Gegend um Hornburg. Er pachtete zunächst für kurze Zeit das große preußische Amt Jerichow östlich der Elbe, später ebenfalls nur für einige Jahre die anhaltinische Domäne Dornburg, erwarb das Münchhausen'sche Rittergut Sülldorf (nahe Wanzleben) und schließlich 1710 das "erste landtagsfähige Rittergut der Stadt Wanzleben" von den Freiherrn v. Blumenthal.
1778 gelang es Ludwig-Philipp (Louis) (1751-1828), Enkel von Johann-Christoph, als erstem Kühne den Zuschlag für die Pachtung der Domäne Wanzleben von der preußischen Domänenkammer zu erhalten, nachdem er zuvor großen Anteil an der Beilegung eines Streites zwischen den Bauern der Stadt Wanzleben und der preußischen Krone um die Auflösung der mittelalterlichen Koppelwirtschaft in Wanzleben hatte. Wegen der hervorragenden Böden, ihrer nach Auflösung der Koppelwirtschaft fast vollkommenen Arrondierung und wegen ihrer Größe galt die Domäne Wanzleben bis 1945 als eine der Wertvollsten des preußischen Domänenfiskus. Ihre Pacht wurde alle 18 Jahre neu ausgeschrieben.
Der jeweilige Pächter musste hervorragender Landwirt mit bester Bonität sein. Nach Louis folgte Philipp-Ludwig (sog. "Hasenkönig", 1777-1845), unter dessen Ägide die flachen Seen um Wanzleben herum trockengelegt wurden, um die landwirtschaftlichen Flächen der Domäne zu vergrößern. Er baute eine erste Zuckerfabrik auf dem Amt. Ludwig Samuel Kühne (1786-1864), jüngerer Bruder des "Hasenkönig", war preußischer Finanzbeamter und an deren Ende preußischer Generalsteuerdirektor und in seinem Ruhestand Parlamentarier in verschiedenen Parlamenten des preußischen Königreichs. Er hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung des Deutschen Zollvereins.
Philipp-August war ab 1864 in dritter Generation Pächter der Domäne Wanzleben und in fünfter Generation Eigentümer des Rittergutes in Wanzleben.
Auf Philipp-August folgte sein Sohn Erich als letzter Inhaber der Betriebe in Wanzleben bis 1945. Beide waren erfolgreiche Züchter zahlreicher preisgekrönter Kaltblüter. Im 19. Jahrhundert gelang es, den landwirtschaftlichen Besitz zu erweitern und in der Zuckerindustrie Fuß zu fassen. Philipp-August gründete 1856 die von der Kühne Schäper & Co oHG in Wanzleben betriebene Zuckerfabrik und erwarb 1863 das Rittergut Nienhagen für seinen ältesten Sohn Philipp. Sein Sohn Hans war Pächter der preußischen Domäne Schmölln und erwarb später das Rittergut Schwaneberg (Uckermark). Sein Sohn Conrad verbrachte als pensionierter Oberst viel Zeit auf dem Rittergut Beesdau, welches seine Mutter von ihrem Vater, dem bedeutenden preußischen Agrarreformer Johann Gottlieb Koppe (1782-1863), geerbt hatte. Philipp-Augusts Sohn Erich erwarb 1929 das Rittergut Kloxin (Kreis Pyritz, Pommern) für seinen Sohn Claus-Joachim.
All diese landwirtschaftlichen Betriebe, Zuckerfabrik und Ziegelei einschließlich des jeweiligen Privatvermögens - eine über Generationen mit dem in Hornburg erwirtschaftetenVermögen als Grundlage ausgebaute und erarbeitete Lebensgrundlage der weit verzweigten Familie - wurden 1945 im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone bzw. in dem damals unter polnischer Verwaltung stehenden Pommern konfisziert und enteignet. Die Mitglieder der Familie wurden als „Junker“ ihrer jeweiligen Heimatkreise verwiesen und entzogen sich der Verhaftung durch die Kommunisten teilweise durch abenteuerliche Flucht in die Westzonen. Als letzter floh Stephan Kühne kurz vor dem Mauerbau 1961 mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern aus Kläden (Altmark) über Berlin in den Westen. Ihnen allen gelang unter völlig veränderten Lebensumständen mit buchstäblich nichts der Neuanfang in der Bundesrepublik. Nur wenige fanden wieder in der Landwirtschaft eine Lebensgrundlage, viele in landwirtschaftsnahen Bereichen, viele auch in freien Berufen und als Selbständige. Lediglich ein Nachfahre des Stifters lebte mit seiner Frau bis 1989 in der DDR. Nachfahren des Stifters haben seit der "Wende" einen Teil der Besitzungen der Familie in Wanzleben, Nienhagen und Beesdau zurückerworben, einige leben wieder an diesen Orten.
Die Burg Wanzleben ist heute ein einladendes Hotel, welches einen Besuch lohnt (www.burg-wanzleben.de).
Das Familienwappen
In Hornburg führten Kühnes als Wappen eine Braupfanne auf einem Dreifuss mit drei über den Rand ragenden Rührhölzern, nachgewiesen seit 1607, wahrscheinlich aber bereits seit 1545. Dieses Wappen findet sich in der Hornburger Kirche. Die Führung des neuen Maiblumenwappens - eine Maiblume mit drei grünen Stängeln und weißen Blüten auf silbernem Grund mit schlichter Helm- und Schildzier - ist erstmals 1741 belegt..Die genaue Farbgebung ist bisher nicht belegbar. Es sind nur nicht farbige Darstellung als Petschaft auf einer goldenen Spieluhr des Stifters, die wohl aus dem 18. Jahrhundert stammt, und sein Siegelring aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Die Herkunft dieses Wappens ist ungeklärt. Eine Vermutung besagt, dass man mit dem Erwerb des Rittergutes in Wanzleben eine Abwandlung des Wappens der Freiherrn von Blumental übernommen habe.
Die Familienstiftung

Die Amtsrat Philipp Kühne'sche Familienstiftung wurde 1906 infolge einer testamentarischen Verfügung des Philipp-August Kühne errichtet. Vermögen der Stiftung war das Rittergut Beesdau, das seine Ehefrau Sophie Kühne, geb. Koppe (1826-1905) im Wege eines Losentscheides bei der Auseinandersetzung des Nachlasses von ihrem Vater Johann-Gottlieb Koppe (1782-1863) geerbt hatte.
Philipp-August Kühne und seine Frau Sophie hatten fünf Töchter und vier Söhne. Nur die männlichen Nachfahren in den Mannesstämmen waren ursprünglich Destinatäre der Stiftung, die Töchterstämme waren jedoch von Beginn an im Familienrat vertreten. Stiftungszweck war und ist nach wie vor die Förderung des Familienzusammenhaltes und die Unterstützung bedürftiger Familienmitglieder. Die Auflösung der Familienstiftung durch die Nationalsozialisten nach Maßgabe des Fideikommissauflösungsgesetzes konnte zwar verhindert werden, nicht aber die Konfiskation des Stiftungsvermögens während der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone im Herbst 1945. Die infolgedessen weitgehend vermögenslose Stiftung überlebte gleichwohl. Sie veranstaltet weiterhin wie in ihrer Satzung vorgesehen alle zwei Jahre einen über alle Generationen hinweg beliebten und immer gut besuchten Familientag. Die Destinatäre wählen den Familienrat als oberstes Organ. Die Damen der Familie sind mittlerweile infolge einer Überarbeitung der Stiftungssatzung gleichberechtigt.